4. Hypomodulwochenende 1/2

Impressionen vom Samstag, dem ersten Modultag von zweien. Zum Schreiben kam ich heute wenig, daher mehr Bilder.

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Hasi war heute zum hospitieren dabei.! Ob sie gut aufgepasst hat?!

Alle anwesenden Menschen und Tiere waren lernend fleißig aktiv! Genug Belohnungen (Spielzeug), Leckerchen und super-Leckerchen waren dabei: Perfekte Voraussetzungen zum motivierten Lernen.

Abends konnten die Hundeschüler in ihrer Freizeit auf Tuchfühlung gehen. Heute Nacht schlafen alle sicher gut.

Spezialtraining: Fortschritte -„apportieren“ von Gegenständen

Wuff, wau: Was für ein Tag gestern: Mein Frauchen ist hochgradig freudig und ich habe eine Menge Lob bekommen. Warum?
Weil ich meinem Hundemensch die Schuhe gebracht habe und abends sogar zum ersten mal einen „heruntergefallenen“ Kugelschreiber. Und zwar deutlich in die Hand und mal eben nebenher, denn ich war nicht im Trainingsmodus,zumindest nicht am mittag. Abends wollte mein Hundemensch testen, was ich außer dern Schuhen nun noch in die Hand gebe.

Soweit sind wir laut Plan nicht, denn andere Assistenzaufgaben haben Vorrang. Ich habe entschieden: Einfach, also mache ich es mal eben: So-wau.

Das Anbringen von Gegenständen macht Frauchen punktuell mal so nebenbei. Das mit den Schuhen hat eine eigene Geschichte, die ich euch erzähle:
Ich sammle gerne die Schuhe ein und gehe damit stiften (in meine geheime Ecke und werfe sie dort umher). Damit die Schuhe nicht so sehr leiden, fing mein Hundemensch an (wenn sie mich gerade beobachtete oder ertappte) mich zu loben wenn ich nen Schuh gerade in die Schnauze nahm und es gab was leckeres oder ein anderes Spielzeug mit gaaanz viel Lob nach dem ausspucken oder in meine Richtung schleppen. Die ersten paar male war ich total verdutzt…so hab ich auch geguckt…“Häh? Ich werde belohnt?-Cool!“ Das  wurde immer mal wieder gemacht. Mehr eigentlich auch nicht.

Einiges von meinem Spielzeug bringe ich seit einigen Wochen zu meinem Hundemensch und daher weiß ich inzwischen was „brings!“ und „spuck“ bedeutet. Das läuft auch locker neben dem Training.

So, nun aber endlich zu gestern! Ich immer mit meinen Romanen und (wichtigen) Vorerzählungen, wuff-wau: Mein Frauchen saß in der Sofaecke auf dem Teppichboden. Ich lag vor dem Fenster und hatte dort etwas gedöst. Ich stand auf und ging unter dem Tisch entlang wo die Hausschuhe standen. Och ja, dachte ich mir und nahm einen in dem Mund (mit Seitenblick zum Hundemensch). Die hatte das auch gesehen und es gab nen Zungenplobb mit Leckerli zur Bestätigung. Cool! Dachte ich … nochmal und bin wieder hin. Da meinte mein Hundemensch „brings!“ und ich habs einfach gemacht, ohne viel nachzudenken. Bis zu meinem Hundemensch. Die hat mir den Schuh abgekommen und ich habe Wurst bekommen… mit mega freudiger Party!! Nun…da stand noch ein zweiter….Also, testete mich mein Frauchen, denn einer kann Zufall sein: Sie meinte „Such-Schuh“ (Mein Hundemensch benennt Gegenstände nebenbei) und zeigte in die Richtung des Schuhs. Da lag unterm Tisch sonst nichts mehr, also hab ich ihn ihr auch noch in die Hand gelegt. Hundeeinfach!

Mein Hundemensch war völlig aus dem Häuschen! Leider war keine Kamera in der Nähe und eigentlich auch gut so, denn so ist die Situation und der Moment ein besser erlebbarer für beide.
Nach der ersten Freude hat sie die Kamera geholt. Daher ist diese Videoaufnahme künstlich und gewollt hervorgerufen auch um zu schauen, wie sie sich verhält. Die Standorte sind dieselben geblieben.

Nun kann der Feinschliff folgen. Ich habe begriffen worum es geht, ja-wuff!

Bitte nicht wundern, das der Fußboden so krümmelig ist….Ich hatte zuvor einen Ast weiterzerlegt. Das ist eins meiner Hobbys.

 

Information zu dieser späteren Assistenzaufgabe

Das bringen & angeben von verschiedenen Gegenständen zu ihrer Assistenznehmerin lernt Lotta, damit sie in Zeiten von deren akuten Schmerzschüben die am Boden liegenden oder heruntergefallenen Gegenstände aufnehmen und in die Hand reichen kann. Auch das herausziehen von Dingen aus Schubladen mit anschließenden apportieren zum Hundemensch gehört dazu.

 

Hypo-Spezial-Fortbildungswochenende 1: Auf ersten Unterzuckerungsspuren, Stupsübungen und Hundesprache

Am 12. und 13. Dezember war meine erste zweitägige Fortbildung: Boah, war ich hundezappelig, denn aufpassen war angesagt… Erstmal waren alle Menschen im Raum aufgerufen aufzupassen, denn da gab es viele hundewichtige Informationen mit vorheriger Vorstellungsrunde, denn einige kannten sich noch nicht. In dieser Zeit war Pause für alle Hunde im Raum: Bah! Diese Tatsache fanden alle Hunde doof, denn guten Tag bellen und schnüffeln war nicht drin. Jeder in seinem Bereich bleiben war angesagt. Nach einer Weile hatten alle diese Tatsache verstanden und Ruhe kehrte ein….

Die Menschen hatten jetzt ungestört Zeit für ihre Themen. Das waren Unterzuckerungsangelgenheiten, wie und warum man clickert mit welchem Tempo. Das mussten die zu zweit üben, damit sie ein gutes Timing und Gespür bekamen. Und die mussten gegenseitig Figuren  aufstellen, die der andere nur durch den Clicker nachstellen musste. Da merkten einige erst, wie schwer das überhaupt ist. Eine Menge Konzentration ist gefragt. Daher  ist beim clickern gerade am Anfang von neuen Übungen wichtig: Weniger ist viiiiiel hundemehr, jawuff!!

Über Schnüffelübungen, Stupsdinge und Hundekörpersprache wurden auch gesprochen…. Erst Theorie, im Anschluss die Praxis. Begonnen wurde die erste praktische Übung mit dem suchen, finden und stupsen an das Unterzuckerungsshirt des eigenen Hundemenschen.  Nach einer Pause kam die zweite Übung: Mein Hundemensch nahm sein Shirt dicht vor sich an den Körper und ich musste das anstupen und bekam danach eine Belohnung. Da ich das fix konnte, kam als Steigerung ein doppelte stupsen dazu.

Stupsen: Meine Lieblingsübung neben dem Pfote drauf. Beim stupsen gehts darum, das ich Dinge zudrücken kann. Vorher ist aber wichtig, das ich lerne Druck mit der Nase aufzubauen. Das ging mit einem komischen Gerät. Da kam ein blauer Punkt drauf. Blau sehen wir Hunde neben Gelb sehr gut.  Das hier nebenbei gebellt zur Information für die noch unwissenden. Ich finde das Teil prima, denn wenn ich dagegen stupse fällt direkt was leckeres raus. In einer anderen Übung kam der blaue Punkt an eine andere Stelle (Türe). Nach kurzer Zeit konnte ich die Türe mit der Nase stupsend öffnen.

Die Menschen waren dann wieder gefragt und wir hatten Pause…. Aber danach gab es eine neue Übung. Die fand ich richtig schwer. Meine zukünftige Notfalltasche kam zum Einsatz. Die soll ich apportieren. Spielfrei! Auf direktem Weg. Kein Umweg. Kein trödeln. Kurz gebellt: Tasche aus dem Regal holen, zu meinem Hundemenschen bringen und abgeben: Assistenz erfüllt!  Fertig, Danke und ein fettes Leckerli. Uff: Bis ich das kann dauerts noch ne Weile. Durch die anderen Übungen war meine Idee zu der Tasche erstmal stupsen. Hallo, he-das hat bei den letzten malen immer perfekt funktioniert. Also, wieso nicht auch hier?! Leider wollten die nun was anderes und ich musste erstmal auf die Idee kommen, was. Also raten und ausprobieren…Vom stupsen ging ich über zum Pfote drauf legen. Das hat zuhause auch schon geklappt bei einer anderen Übung. Da gabs keinen Click….also weiter: Eher zufällig hab ich an der Tasche geleckt und da kam der Ton: juchuuuuu! Zufall?…Nach einigen vergeblichen Versuchen mit anderen Ideen, hab ich wieder geleckt und schon wieder kam der Click mit Belohnung. Hach, toll! Langsam kam die Idee. Mein Hundemensch sah das Ziel allerdings noch in weiter Ferne. Ich sollte die Tasche ins Maul nehmen  (nicht damit verschwinden) und wieder loslassen. Das mit dem Lecken klappte nun ab und zu. Ich war noch so auf stupsen trainiert, das ich das zwischendurch erneut versuchte. Uff, das war meine anstrengendste Übung an diesem Wochenende, flüstere ich Euch zu.

Am zweiten Tag haben wir die meisten Übungen wiederholt und wurden bedarfsweise korrigiert. Diese Aufgaben müssen wir nun täglich zuhause und an verschiedenen Orten üben, damit sie bald in meinem Hundehirn verankert sind. Na gut….Solange es Lob, Spiel und mega-leckere Dinge  gibt bin ich motiviert dabei!

Die Menschen haben einen Film über unsere Hundekommunikation angesehen. Da gibt es Calming Signals. Mir ist das egal: Ich brauche nicht so schwierige Worte, denn wir Hunde verstehen uns einfach und nie so kompliziert wie ihr Menschen.  Ihr könnt uns auch verstehen und lesen lernen, aber wir euch nur bedingt. Daher finde ich das Mega-Hunde-Wichtig wenn ihr Menschen offen seit und die Informationen über Hundesprache weitergibt. So können Missverständnisse vermieden werden und Konflikte im Entstehen beendet werden, bevor es für alle (Mensch& Hund) unangenehm wird. Also: Bellt es weiter und lernt uns Hunde verstehen! Es gibt Filme und Bücher und  gute Hundetrainer, die zeitgemäß gerne aufklären.

Mein zweites Fortbildungswochenende wird im Januar sein. Dann werde ich euch wieder das eine oder andere darüber zubellen.